Gehör für die Schulen
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Gehör für die Schulen

Gehör für die Schulen

Radolfzell – Sabine Buhl weiß sich Gehör zu verschaffen. Ihre Herausforderung: Bis auf Nina Breimaier muss sich kein Stadtrat in Radolfzell als Mutter oder Vater mit Schulfragen der eigenen Kinder auseinandersetzen. Deshalb hat Sabine Buhl als Vorsitzende des Gesamtelternbeirats Schulen Vertreter aller Fraktionen in die Mitgliederversammlungen geladen.
Dort dürften die Stadträte mitbekommen haben: Es rumort unter den Eltern. Sie sind es leid, die Schulen ihrer Kinder als vernachlässigt wahrzunehmen. Der Riss an der Wand im Treppenhaus der Teggingerschule ist ein Beispiel. Das Datum, das daneben geschrieben steht, verdeutlicht eindrücklich, was die Eltern umtreibt: Am 13. März 2013 ist der Riss wohl so groß geworden, dass jemand den Tag des Entdeckens für die Nachwelt festgehalten hat.
Passiert ist seither außer ein bisschen Kosmetik wenig. Für die noch größeren Risse in der Decke des Obergeschosses hat man nun eine Baustelle eingerichtet. Dieses Gefühl, dass Mängel in Schulgebäuden von der Stadtverwaltung auf die leichte Schulter genommen werden und die Ausbesserung auf den Tag X verschoben wird, sei nicht nur ein Problem der Teggingerschule. „Da gibt es Beispiele an jeder Schule in Radolfzell“, sagt Sabine Buhl.
Die Gesamtelternbeiratsvorsitzende mag nach einem kurzen Durchgang durch die Teggingerschule das Vertrösten auf später und den Hinweis auf knappe Kassen nicht mehr hören: „Radolfzell wirbt damit, dass sie eine familienfreundliche Stadt ist – aber dazu gehören auch Schulen, in denen sich Kinder wohlfühlen“, kritisiert Buhl. Dafür notwendig sei eine ständige Instandhaltung und Ausbesserung der Gebäude, „und auch einmal neue Farbe an den Wänden“.
Die baulichen Mängel sieht man. Der Gesamtelternbeirat Schulen hat in seinem Protokoll zudem auf den „akuten Personalmangel“ jenseits der Lehrerzimmer aufmerksam gemacht, die den laufenden Betrieb einschränken. So fehlten an Radolfzeller Schulen Verwaltungsangestellte in den Sekretariaten, Sozialarbeiter und Hausmeister. Für diese Bereiche ist die Stadt als Schulträger zuständig.
Der Gesamtelternbeirat sieht durch diesen Mangel die Sicherheit der Kinder auf den Schulhöfen beeinträchtigt. Nicht selten sei der Hausmeister am Montagmorgen zwei Stunden damit beschäftigt, die Schulhöfe von Glasscherben und anderen Hinterlassenschaften zu säubern. „Bei den insgesamt zu wenigen Hausmeisterstunden verzögern sich dadurch wichtige und notwendige Instandsetzungsarbeiten“, heißt es im Protokoll des Gesamtelternbeirats.
Kritisch sehen die Elternbeiräte auch die Planung der Stadt, die Konstanzer Brücke während der Sanierungsarbeiten im Frühjahr für vier Monate komplett zu sperren. Dann müssen Schüler aus der Kernstadt, die in die Thielcke-Realschule und das Friedrich-Hecker- Gymnasium wollen, über den Haselbrunnsteg ausweichen. Und kreuzen dort mit den Schülern aus dem Quartier rund um die Konstanzer Straße, die in die Teggingerschule und Hausherrenschule müssen. „Das wird gerade für die kleinen Schüler der Grundschule eine schwierige Situation, sich da zu behaupten“, sorgt sich Sabine Buhl.
VON GEORG BECKER

GEB Schulen
Auf der Mitgliederversammlung des Gesamtelternbeirats (GEB) Schulen in Radolfzell sind als Vorsitzende Sabine Buhl (Elternbeiratsvorsitzende Teggingerschule), als Stellvertreterin Verena Mohr (Elternbeiratsvorsitzende Ratoldusschule) und Kassiererin Andrea Sauer (Gerhard-Thielcke-Realschule) bestätigt worden. Neu in den Vorstand des Gesamtelternbeirats aufgerückt ist als Schriftführerin Antje Groll (stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Teggingerschule).

Südkurier-Artikel vom 29.11.2019